Dr. med. Sigrid Hülsbergen-Krüger

Fachärztin für Plastische Chirurgie und Chirurgie/Handchirurgie

PRAXISKLINIK FÜR ÄSTHETISCH-PLASTISCHE UND HANDCHIRURGIE IN HAMBURG
Schwerpunktthema Handchirurgie

Springfinger, Sehnenscheidenentzündung der Finger

Bei einer Sehnenscheidenentzündung der Fingersehnen schwillt das Gleitgewebe der Sehnen, die Sehnenhülle an. Diese Veränderungen sind zunächst durch die Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten rückbildungsfähig.Bleibt die Entzündung jedoch über Monate bestehen, wird das verdickte Gewebe kaugummiartig zäh. Dann hilft nur noch die operative Entfernung. Die Symptome können hochakut mit starken Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkung der Finger sein. Viel häufiger jedoch ist eine chronisch schleichende Entzündungsform, die mit gelegentlichen Schmerzen nachts oder bei bestimmten Bewegungen und Kraftlosigkeit beginnt.Manchmal kommt es zu Schwellungen der Hand, des Handgelenkes oder der Finger und morgendlicher Schwergängigkeit beim Faustschluss oder der Fingerstreckung.

Sind die Beugesehnen der Hand betroffen, entstehen oft typische Engpasssyndrome. Im Bereich des Handgelenkes ist das ein Karpaltunnelsyndrom (siehe oben). In Höhe der Hohlhandbeugefalte passieren die Fingersehnen dann einen Ring, der nicht nachgibt. Werden die Sehnen dicker , fangen sie zunächst an, an diesem Ring zu reiben. Dies verursacht Schmerzen, eine Zunahme der Entzündung und ggf. Schwellungen. Bei weiterer Verdickung des Gleitgewebes der Sehne bleibt diese dann an dem Ring hängen. Der Finger bleibt in Beugestellung stehen und springt oder schnappt bei dem angestrengten Versuch der Fingerstreckung. Bei noch weiter zunehmender Verdickung der Sehne lässt sich der Finger dann nur noch durch geradebiegen strecken oder nicht mehr beugen.

Bleiben abschwellende und entzündungshemmende Massnahmen ohne Erfolg,ist eine OP erforderlich. Dabei wird ein kleiner Schnitt in der Hohlhand gemacht, der zu enge Ring geöffnet und ggf. das entzündete Gewebe von den Sehnen entfernt.

Der Ring schliesst sich nach einiger Zeit durch Bildung einer Narbe von selbst. Das Narbengewebe wirkt dann wie eine Ringerweiterung. Die Hautwunde wird fein vernäht. Das schnappen ist gewöhnlich sofort nach der OP verschwunden, jedoch klingt die Sehnenscheidenentzündung nur langsam ab. Ausserdem benötigt der Wundheilungsprozess und die Narbenreifung einige Zeit: Auch wenn die Wunde schon nach 14 Tagen verheilt ist, dauert es ca. 4–6 Wochen, bis die Hand wieder weitgehend voll einsatzfähig ist.

Die ursächliche Sehnenscheidenentzündung ist sehr wiederkommfreudig. Das bedeutet, daß nicht wenige Patienten im Laufe einiger Jahre an mehreren Fingern operiert werden müssen und oft auch eine Karpaltunnelspaltung erforderlich ist. Die Ursachen der Sehnenscheidenentzündung sind vielfältig. Akute ( ungewohnte Renovierungsarbeiten) und chronische (ständiges schreiben am PC oder von SMS) Überlastungen spielen ebenso eine Rolle wie Erkrankungen, die mit Wasserhaushaltsschwankungen und Schwellungen einhergehen, wie zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes, Nierenerkrankungen, Rheuma oder die Wechseljahre.

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